Susann Hanauer
Juristin, Weinprüferin

 










Ralf Waßmann
Dipl. Ing. für Getränketechnologie

 
Aktuelles aus Weinberg und Keller

Weinbergarbeit ist Handarbeit.
Bereits im Januar fordert der Weinberg viele Arbeitsstunden von uns. Drähte und Pfähle müssen auf Standfestigkeit geprüft werden, die ersten Weichen für die Qualität von 2009 werden schon jetzt beim Schneiden gestellt. Jede Rebe stellt andere Anforderungen, unsere Junganlagen verlangen einen anderen Schnitt als die Ertragslagen.

Wegschneiden bedeutet nicht nur, den Stock von überflüssigen einjährigen Trieben am zweijährigen Holz zu befreien. Auch eine Verjüngung durch Rückschnitt des alten Holzes und der Anschnitt des Frucht- und Ersatzholzes ist von Fall zu Fall erforderlich. Deshalb führen wir den Rebschnitt immer selber durch, um für jeden Rebstock die jeweils individuell richtige Entscheidung zu treffen. Dabei ist auch bereits das Folgejahr zu bedenken. Im Vordergrund steht bei uns deshalb auch die langfristige Gesundheit des Rebstocks vor einem kurzfristigen Ertrag.

Frühling. Der Weinberg lebt!
In unserem Bioweinberg summt es von Bienen und Hummeln. Im sich langsam erwärmenden Boden räkeln sich die Regenwürmer in der Frühlingssonne. Zwischen den Reben wachsen Wildkräuter, an humosen Stellen sprießt Klee. Voller Stolz gehen wir durch unsere Weinberge und freuen uns an dem Leben ringsum. Käfer, Spinnen, Insekten, Vögel – hier haben sie einen idealen Lebensraum für Tiere und Pflanzen. An ganz warmen Tagen finden wir Eidechsen, und unsere Schmetterlingsvielfalt kennen viele unserer Besucher höchstens aus ihren Kindertagen.

Die Weinbergsarbeit setzt sich jetzt fort mit dem Ausgeizen der überschüssigen Triebe. Wir machen alle Weinbergsarbeit selber und am Abend spürt man Beine und Rücken. Die Reben haben gut angesetzt und wir freuen uns über die Weinblüte die den Weinbergen für kurze Zeit einen unglaublichen Duft beschert. Eine Faustregel sagt, etwa 100 Tage sind es zwischen Weinblüte und Lese. Bis dahin liegt noch viel Arbeit vor uns und viel Bangen, wenn die großen Gewitterwolken auftauchen und es nach Hagel aussieht. Doch zuerst freuen wir uns über den geglückten Start ins neue Weinjahr. Bis bald!