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Seit 2003 wurden wir nach der EG Verordnung (EWG) Nr. 2092/91 über ökologischen Landbau zertifiziert als ökologisches Weingut. Die neuen EU-Regeln heißen Verordnung
(EG) Nr. 889/2008 und 834/2007.
Seit Herbst 2006 gilt für uns als Partner des ungarischen Zertifizierers HU-ÖKO-01 (Biokontroll Hungária KFT) darüber hinaus ein Regelwerk zur
ökologischen Weinbereitung. Das heißt, dass Biokontroll unsere Weine, die unter Einhaltung dieser Regeln erzeugt wurden seit Herbst 2006 als Bioweine und nicht nur als Weine aus
ökologisch erzeugten Trauben zertifiziert.
Biowein unterscheidet sich von Wein aus ökologisch erzeugten Trauben und von konventionellem Wein u.a. durch:
Verzicht auf Reinzuchthefen bei der alkoholischen Gärung, Verzicht auf Reinzuchtbakterien bei der malolaktischen Gärung, Schwefelgehalt gesamt max.
120 mg/l, Verzicht auf chemische Schönungs-, Klärungs- und Stabilisierungsmittel, Verkorkung nur mit chlorfreien Naturkorken, Verzicht auf chemische Reinigungsmittel bei Reinigung
von Flaschen, Fässern, Räumen usw.
Unter ökologischem Weinbau verstehen wir die Pflege eines intakten Biotops. Dies bedeutet nicht nur Verbannung von Chemie aus Weinberg und Keller, vielmehr stärken wir unsere
Reben, um Krankheiten vorzubeugen und begrünen unsere Weinberge, um die Vielfalt der Arten zu bewahren. Artenreiche Begrünung aus Wildkräutern und gesäten Kräutern,
Gräsern und Blumen bieten den Reben Stärkung und Nahrung zugleich, ihre unterschiedlich tiefen Wurzeln lockern den Boden und fördern das Bodenleben. Wir Menschen tragen eine
langfristige Verantwortung für unsere Mutter Erde. Boden ist kein lebloses Ding, nur dazu da Pflanzen festzuhalten, sondern vielmehr ein unglaublich lebendiger und reich
bevölkerter Kosmos. In einer Hand voll fruchtbarer Erde leben schliesslich mehr Kleinstlebewesen (Pilze, Algen ...) als es Menschen auf der Erde gibt ! Ohne sie keine Fruchtbarkeit.
Ohne fruchtbare Böden kein Leben auf unserem Planeten. Deshalb ist es uns so wichtig, dieses Bodenleben zu fördern. Und oberirdisch schafft unsere Begrünung, indem ihre
Blütenpollen Nahrung bieten, ein stabiles Ökosystem mit vielen Nützlingen. Tierische Helfer wie Raubwanze, Marienkäfer, Vögel und Ohrenkneifer halten bei uns so die
Rebfeinde im Zaum. Vögeln und Ohrenkneifern bieten wir hierfür zusätzlich Nistkästen und Unterschlupfe an. In diesen lebendigen Biotopen fühlen sich unsere Reben
wohl und danken es uns mit Gesundheit und Stärke. Solche vitalen Rebstöcke liefern erstklassige Ernten, die Voraussetzung für hochwertige Weine mit Charakter und
Authentizität. Neben der Harmonie mit der Natur sind unsere grössten Anliegen die Qualität und Bekömmlichkeit unserer Weine.
Wir sind davon überzeugt, dass es viele gute Gründe dafür gibt, Weinbau ökologisch zu betreiben, aber keinen dagegen.
Unsere Philosophie lautet: Qualität mit und durch Ökologie
Wir - ökologisch
● Organisches Material wie Kompost, abgemähte Begrünung usw. regen
das Bodenleben an und Knöllchenbakterien an Kleewurzeln bilden natürlichen
Stickstoff als Dünger > Grundwasser bleibt rein.
● Mischkultur aus Reben, Bäumen, Gräsern, Blumen, Kräutern, Hecken usw.
bietet Lebensraum für viele Tiere. Blüten ziehen Nützlinge an. Ein Biotop entsteht.
● Schädlinge stehen im biologischen Gleichgewicht mit den Nützlingen,
keine Schädlingsbekämpfung nötig.
● Natürliche Stoffe wie Backpulver oder Fenchelöl wirken zuverlässig
gegen Pilzkrankheiten.
● Belassen der Wildkräuter und zusätzliche Einsaat von Blumen, Leguminosen
und anderen bodenverbessernden Gründüngungspflanzen schützen vor Erosion
und stärken und nähren die Reben gleichzeitig.
● Nur natürliche Stoffe werden bei der Weinbereitung verwendet. Z.B. Tonerden
oder Kieselsol. Der Schwefelgehalt ist durch Biokontroll Hungária HU-ÖKO-01 auf 120 mg/l Gesamtschwefel begrenzt.
● Keinerlei Gentechnik, keinerlei damit verbundene Risiken.
Andere - konventionell
● Chemische Dünger beeinträchtigen das Bodenleben und verunreinigen
das Grundwasser.
● Monokultur, bestehend nur aus Reben oder nur Reben und Gras, ohne
jede Artenvielfalt bietet keinen Lebensraum für nützliche Pflanzen und Tiere.
● Chemisch synthetische Schädlingsvernichtung > Resistenzen, der Teufelskreis
beginnt: stärkere Gifte > mehr Resistenzen > stärkere Gifte >
Nützlinge werden ausgerottet > mehr Schädlinge > mehr Gift ...
● Chemisch synthetische Fungizide führen zu Resistenzen,
ein weiterer Teufelskreis, vgl. oben.
● Chemische "Unkraut"vernichter setzen einen weiteren Teufelskreis in Gang:
nackte Erde > Erosion, d.h. die fruchtbare Krume geht verloren >
weniger Bodenfruchtbarkeit > mehr Kunstdünger > noch weniger Bodenleben >
noch mehr Kunstdünger usw.
● Chemische Weinbehandlungsmittel werden den Weinen zugesetzt, deren
Rückstände der Weintrinker mittrinkt. EU-Recht erlaubt Schwefelgehalte je nach Land und Qualität von 160 mg/l bis 400 mg/l.
● Gentechnisch veränderte Organismen; z.B. Gär-Hefen, Reben usw.,
deren Auswirkung auf uns und unsere Erde nicht absehbar sind.
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