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Stuart Pigott:
Wein des Monats Dezember 2011
" Unwiderstehlich leicht und rot!
2010 Portugieser „Premium“ Weingut WASSMANN € 8,50
Es gibt eine große Nachfrage nach leichten aber charaktervollen Rotweinen, aber kaum solche Weine im Markt. Meistens sind leichte Rotweine billig, eindimensional
und falls sie aus Übersee stammen, werden sie häufig mit Traubenmostkonzentrat gesüßt, um ihre Schwächen zu vertuschen – die Liebfraumilch
unserer Zeit. Um ehrlich zu sein: ich finde, die Mehrheit dieser „Gewächse“ schmecken gruselig. Rotweine beziehen einen beachtlichen Teil ihres
Charakters aus den natürlichen Gerbstoffen, die während der Gärung aus den Trauben extrahiert werden. Und mit geschmacklich interessanten Menge davon im Wein
neigt dieser dazu schwer zu wirken. Einen richtig guten leichten Rotwein zu erzeugen ist so schwierig, wie die Nordwand des Eigers mit einem Hand auf den Rücken
gebunden zu besteigen!
Der 2010 Portugieser „Premium“ von Ralf Wassmann und Susann Hanauer aus ihrem kleinen Bio-Weingut in Villány im Süden Ungarns ist ein seltener
Volltreffer in dieser Stilrichtung. Das beginnt mit dem hinreißenden Duft nach reifen Himbeeren. Darauf folgt eine geniale Harmonie von saftiger Frucht,
großartiger Frische und sanftherben Gerbstoffen. Der Wein ist all das, was Beaujolais sein sollte, aber quasi nie ist. Man braucht nur den Kork zu ziehen und zu
trinken (mit oder ohne Essen). Wahrscheinlich werden Sie staunen, wie schnell die Flasche leer ist. Und die Preis-Leistung ist spitze.
... "
2006 WASSMANN Villányi Mundia-Cuvée. Von Till Ehrlich
Da ich Angst vorm Fliegen habe, öffne ich
vor jedem Flug einen Lieblingswein, zuletzt die Mundia-Cuvée aus Villány, Ungarns bedeutendstem Rotweingebiet. Gemacht haben sie Susann Hanauer und Ralf
Wassmann, die vor zehn Jahren nach Ungarn gezogen sind, ohne Ungarisch zu sprechen, aber mit Liebe zum Wein und den Reben. Sie trotzen der kafkaesken ungarischen
Weinbürokratie, ... Bis heute haben sie weder Zeit noch Geld für Marketing, bearbeiten ihre zwei Hektar Land allein. Den üblichen Weinjargon sprechen sie auch
nicht ... Sie machen Wein, keine Getränke. Und haben es geschafft, das erste zertifizierte Bioweingut im Weingebiet von Villány aufzubauen.
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Wie der Ökowein
nach Villany fand
Die kleine Stadt im Süden von Ungarn ist immer noch ein Geheimtipp unter Gourmets. Vor allem wegen des vorzüglichen Weins. VON RENATE ZÖLLER
In Deutschland ist das einst berühmteste Weingebiet der k. u. k. Monarchie immer noch ein Geheimtipp unter Gourmets. Ein Besuch im Süden Ungarns, fast schon an der
kroatischen Grenze, zeigt allerdings: Für Ungarn ist das 2.000-Seelen-Städtchen Villany schon seit je eine Attraktion. Kelterhaus an Kelterhaus reiht sich in der
Kossuth-Gasse im Zentrum. Viele wurden zu Gasthäusern oder Weinhandlungen umgebaut. Handgemalte Schilder laden zur Weinprobe ein.
Villany steht für eine Region von etwa 40 Quadratkilometern. 2.000 Hektar davon sind Weinhänge - und auf denen drängen sich Ungarns beste, vielfach prämierte
Winzer. Deren Weine sind in jedem guten Budapester Restaurant längst ein Muss. Und immer mehr Winzer stellen dort um auf ökologischen Weinbau.
Der Pionier dieses Trends ist RALF WASSMANN, der seine gleichnamige Weinmanufaktur 2002 als Bioweingut gründete und seit 2004 die bisher einzigen offiziellen Bioweine
herstellt. Behände springt der drahtige 47-Jährige mit dem wettergegerbten Gesicht in den Mikrobus. Heute will er "sein" Revier zeigen, einige der besten Winzer
präsentieren: Csaba Malatinszky, den Waßmann bei der Umstellung auf Bioweinbau berät, Joszef Bock und andere. Man begrüßt sich freundschaftlich,
Geheimnisse scheint es hier keine zu geben. "Wir kämpfen gemeinsam darum, dem Land den Ruf als Spitzenweinregion zurückzuerobern", erklärt Waßmann.
Leicht ist das nicht. Der gesamte osteuropäische Weinbau hat seinen Ruf in den Zeiten des Sozialismus nachhaltig zerstört. Damals wurde Low-Budget-Fusel produziert:
viel Ertrag, wenige Rebsorten, Qualität egal. Der edle Geschmack des Tokajer-Weins wurde zwar immer noch gepriesen, aber ehemalige DDR-Bürger haben vom "Tokaj Furmint"
vermutlich eher den Kater am nächsten Morgen in Erinnerung.
Wie überzeugt man jemand, der das berühmt-berüchtigte "Erlauer Stierblut" erlebt hat, davon, 8 bis 12 Euro für einen Rebensaft aus Villany zahlen zu
müssen? Denn auch im konventionellen Anbau lassen sich die Preise kaum drücken. "Mit den Massenweinen aus Europa und Übersee können wir preislich nicht
konkurrieren, dafür ist das Anbaugebiet viel zu klein. Wir müssen auf Qualität setzen", ist Waßmann überzeugt.
Klima und Böden
"Villany hat die allerbesten Voraussetzungen für perfekten Wein", befindet der Ökowinzer. Seine Augen leuchten, wenn er von den Vorzügen Villanys schwärmt.
Einerseits stimme das Klima, andererseits auch der Boden: Kalkablagerungen aus der Zeit, als hier noch das Pannonische Meer schwappte, bedeckt von Löss, den urzeitliche
Stürme hierhergetragen haben. Schon die Römer haben auf den umliegenden Hügeln Wein angebaut. Ein Paradies für den passionierten Winzer. Mit 14 Jahren hat
Waßmann angefangen zu keltern - aus allen Obstsorten, die ihm damals in der alten Heimat im Südharz in die Finger gerieten.
Die Studienwahl lag da auf der Hand: Weinbau und Getränketechnologie. Und auch als er das Studium in Geisenheim schon abgeschlossen hatte und bei einem Global Player der
Getränkeindustrie als Produktionsleiter arbeitete, bewirtschaftete er nebenbei, sozusagen als Hobby, einen kleinen Weinberg. Praktischerweise teilt er diese Leidenschaft mit
seiner Frau, Susann Hanauer. Die studierte Juristin hat schon in Deutschland französische Spitzenweine vermarktet. Als das junge Paar 1998 das erste Mal Villany besuchte, stand
ihr Entschluss schnell fest: Hier wollten sie ihren eigenen edlen Tropfen produzieren. Sie kauften sofort ein Presshaus auf.
Waßmann und Hanauer knüpfen damit an eine alte deutsche Tradition an: Seit dem 17. Jahrhundert haben die Donauschwaben in der Region dominiert, erst nach dem
Zweiten Weltkrieg fand ein massiver unfreiwilliger und seit 1990 ein freiwilliger Exodus der deutschsprachigen Bevölkerung statt. Gänzlich gegen die Tradition kämpfte
das deutsche Ehepaar allerdings mit seinem Anspruch, Ökoweine zu produzieren.
Höchste Qualität, das heißt für sie nämlich: frei von synthetischen Düngern oder Pestiziden, echter Kork, keine Kunststoffkapsel drum herum. Seit
2003 ist ihr Betrieb nach den EU-Richtlinien für ökologischen Weinbau zertifiziert. Bis dahin hatten sie einen regelrechten Ämtermarathon hinter sich, denn die
entsprechenden Zertifikate zu bekommen war gar nicht so einfach. "Damals gab es in ganz Ungarn kein ökologisches Pflanzenschutzmittel zu kaufen. Wir mussten Backpulver und
Fenchelöl selbst importieren", erinnert sich Waßmann.
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Viel Handarbeit
Tatsächlich ist das Leben als Bioweinbauer in Ungarn auch heute noch nicht einfach. Nicht umsonst nennt Waßmann sein Gut eine Weinmanufaktur. Vieles muss in Handarbeit
getan werden. Auch die Lese führen Waßmann und Hanauer selbst von Hand durch. Bis auf eine kleine Abbeermaschine und eine Presse verzichten Sie bewusst auf jede Technik.
Selbst im Winter steht der Winzer auf seinem Weinberg - und stutzt die Reben.
Susann Hanauer kümmert sich nach der Arbeit im Weinberg im Büro um den Vertrieb und versucht, das Kundennetz weiter auszubauen. Und auch das ist ein harter Job. Die
meisten Weine gehen nach Deutschland, aber auch in andere europäische Länder - zum Beispiel an einen Bioladen in Brasov in Rumänien. Aber jeglicher Export ist mit
einem aufwendigen doppelten Zollprozedere verbunden und ohne einen inländischen Berater nicht zu bewältigen ...

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Önologische Handarbeiter – deutsche Biowinzer in Südungarn
„Unsere Weine sind wie unsere
Kinder“, so die Beschreibung von Ralf Wassmann, auf die Frage, was seine Weine auszeichnet. „Wir lassen ihnen Zeit, zu wachsen, zu reifen und korrigieren nur
behutsam. So kann sich der ganz eigene Wein jeder Rebsorte in jeder Lage unverwechselbar entwickeln.“ Das Ehepaar Wassmann/Hanauer betreibt deshalb auch kein
klassisches Weingut. „Wir sind genau genommen, eine Weinmanufaktur, denn unser biologischer Anbau verlangt viel Handarbeit“ so Ralf Wassmann. Er studierte in
Geisenheim am Rhein Weinbau und Getränketechnologie, seine Frau, Susann Hanauer ist Juristin und hat in Deutschland französische Spitzenweine
vermarktetet.
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Klimaneutraler Versand dank nachhaltiger Aufforstung
Wir beteiligen uns am WEIN-PLUS-KLIMASCHUTZ und helfen
mit einem finanziellen Beitrag bei der Bepflanzung und Aufforstung in weltweiten Projekten. Die Idee dahinter: Als Ausgleich zum errechneten CO2-Ausstoß beim
Paketversand und Transport werden neue Bäume gepflanzt, die langfristig große Mengen an CO2 binden können. Der klimaneutrale Versand leistet also einen
nachhaltigen Klimaschutz - auch für die Zukunft. Für unsere Kunden entstehen keine Zusatzkosten.
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